Welche Bedeutung hat das Olympia-Gelände für den Bezirk und welche Möglichkeiten bietet es?

Olympiagelände

Monatlich erscheint in der Gazette Charlottenburg und Wilmersdorf ein Thema, zu dem die in der BVV vertretenen Fraktionen Stellung nehmen. Das Thema wird „reihum“ von einer der Fraktionen bestimmt. Für November 2026 hat die Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion das Thema vorgeschlagen.

Erinnern, erklären, öffnen: Der Olympiapark braucht einen dritten Weg. Das Olympiagelände hat zwei Gesichter: Hier trainieren Vereine, hier feiern Zehntausende Konzerte und Fußballspiele – und hier steht das Reichssportfeld, das die Nationalsozialisten für ihre Propaganda bauten. Wer das eine ausblendet, wird dem anderen nicht gerecht. Etwa Skulpturen abzuräumen, löst das Problem nicht. Der Denkmalschutz steht dem entgegen, und Geschichte verschwindet nicht, wenn man ihre Spuren entfernt. Wir wollen sie einordnen und ihr widersprechen. Der Geschichtspfad von 2006 war ein wichtiger Anfang, doch es fehlt ein Ort zum Diskutieren und Lernen. Zugleich soll sich das Gelände stärker für die Menschen im Bezirk öffnen, ohne Sport, Veranstaltungen und Tourismus zu verdrängen. Das Symposion des Bezirksamts 2026 war ein guter Auftakt. Nun müssen Taten folgen: mehr Bildungsangebote, eine Debatte über die Zukunft des Bau- und Flächendenkmals, eine Diskussion über belastete Straßennamen und eine echte Mitsprache des Bezirks. So übernehmen wir Verantwortung für die Geschichte und für den Alltag im Kiez.

Claudia Spielberg